19.04.11 | NUEVA-Ausbildungsprojekt in Berlin übersetzt Wahlprogramm der GRÜNEN in Leichte Sprache

Die grüne Spitzenkandidatin Renate Künast mit dem Wahlprogramm in Leichter Sprache

Das NUEVA-Ausbildungsprojekt hat das Wahlprogramm der GRÜNEN für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus in Leichte Sprache übersetzt und zusammengefasst. Aus 118 Seiten wurden so leicht verständliche 60 Seiten. Ein Wahlprogramm, das nicht nur für die rund 100.000 Berliner mit Lernbehinderung und geistiger Behinderung besser zu verstehen ist.

Spitzenkandidatin Renate Künast selbst holte am 15. April das fertige Programm ab. Sie brachte Bettina Jarasch, die Berliner GRÜNEN-Chefin, und Jasenka Villbrandt, die sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Abgeordnetenhaus, mit. Gemeinsam nahmen sie sich viel Zeit und ließen sich von den Auszubildenden genau berichten, wie sie gearbeitet hatten.

Carsten Namokel, der Nueva-Ausbildungssprecher, erklärte: "Wir haben zuerst das Programm gelesen und alles rot angestrichen, was wir nicht verstanden haben. Dann haben wir nach einfacheren Wörtern gesucht." So wurde z.B. aus "geschlechtergerecht" "Frauen und Männer haben die gleichen Rechte".

Sechs Wochen haben die 15 Auszubildenden mit ihren Unterstützern an der Übersetzung gearbeitet. „Dabei wurde auch viel inhaltlich diskutiert“, verriet Carsten Namokel. Deshalb freuten sich die 15 Auszubildenden, dass die Politikerinnen ihnen ihre Fragen beantworteten - in Leichter Sprache übrigens.

"Was machen Sie eigentlich bei den GRÜNEN?", wollte ein Auszubildender wissen, und Künast brachte es auf den Punkt: "Ich bin die Chefin aller GRÜNEN im Bundestag. Jetzt will ich einen anderen Beruf haben. Ich will Bürgermeisterin von Berlin werden."

Die Übersetzung und Zusammenfassung des Wahlprogramms der GRÜNEN war der erste Auftrag für die Auszubildenden im Rahmen ihrer Ausbildung. „Die Nueva-Ausbildung Berlin orientiert sich an dem Grundsatz der UN-Behindertenrechtskonvention, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten können, und dem Anspruch, dass Informationen für jeden zugänglich und verständlich sein müssen“, erläutert Projektleiterin Janna Harms.

Nueva (Nutzerinnen und Nutzer evaluieren) ist ein in Österreich entwickeltes Evaluationsmodell, bei dem Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung die Qualität in Wohneinrichtungen und Werkstätten untersuchen und bewerten. Die Begriffe Lernbehinderung und geistige Behinderung lehnen die Evaluatoren als diskriminierend ab. Der erste deutsche Ausbildungsgang zu Nueva-Evaluatoren startete bei der Lebenshilfe Bildung gGmbH im Januar 2011. Gefördert wird er vom Integrationsamt Berlin und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin.

Lebenshilfe Berlin
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