04.03.10 | Kunst kennt keine Behinderung - Internationaler Tag der Frauen am 8.3.2010

Gemälde Frauenbildnis (Foto: Pascal Meyer)

Foto: Pascal Meyer

Die Malerinnen Elvira Bach und Ruth Eggers haben zusammen mit zwei schwer behinderten Frauen während eines zweitägigen Workshops ein Frauenbildnis geschaffen. Eine Reihe von Künstlern setzt sich mit dem Thema Behinderung auseinander, und viele Menschen mit Behinderung sind künstlerisch tätig, aber noch nie zuvor haben namhafte Künstler gemeinsam mit behinderten Menschen ein Kunstwerk gestaltet. Die Berliner Malerin Elvira Bach ist bekannt durch ihre neo­expressionistischen Frauenbildnisse. Ruth Eggers hat ihr Atelier in der Wesermarsch bei Bremen.

Die Frauen mit Be­hinderung heißen Gesine Anschütz und Britta Grütz­macher. Sie werden betreut in den Fördergruppen Harbigstraße der Lebenshilfe Berlin. Fördergruppen nehmen erwachsene Menschen mit schwerer geistiger und Mehrfachbehinderung auf, die wegen der Schwere ihrer Behinderung keinen Platz in Werkstätten für behinderte Menschen finden. Sie haben den Auftrag, diesen Menschen die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen und ihnen einen so genannten zweiten Lebensraum außerhalb ihrer Familie bzw. einer Wohngruppe zu bieten.

Grundlage des Kunst­projekts ist die neue Konzeption der Fördergruppen Harbigstraße „Lebens­lange Bildung in Kooperation“, die Menschen mit schwersten Behinderungen in Projekt­arbeit ermöglicht, ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten zu entfalten. Während des Workshops setzten die vier Frauen das Thema Frauenbild auf einem textilen Bildträger von 230 cm x 190 cm in Blautönen mit Acryl um. Zwei Mit­arbeiterinnen der Fördergruppen Harbigstraße assistierten den behinderten Frauen. Der Fotograf und Designer Pascal Meyer dokumentierte den gesamten Prozess mit Film und Foto.

Am 1.3.2010 überreichte die Lebenshilfe Berlin das Kunstwerk Hubert Hüppe, dem Beauf­tragten der Bundes­regierung für die Belange behinderter Menschen. Als nachhalti­ger Beweis für eine gelungene Kooperation von Menschen mit und ohne Behinderung hat das Bild einen Ehrenplatz in seinem Büro im Kleisthaus erhalten.

Die Lebenshilfe Berlin setzt sich für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Familien ein und feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Aus dem Elternselbst­hilfeverein wurde einer der größten sozialen Dienstleister Berlins mit 1.000 Mitarbeitern an 100 Standorten.

Zur Vita der Künstler. Fotos auf Anfrage.

Lebenshilfe Berlin
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