09.03.11 | Umgestellt = abgestellt?!

Sozialstaatssekretär Rainer-Maria Fritsch

Sozialstaatssekretär Rainer-Maria Fritsch

Am 16. März bezieht der Sozialstaatssekretär Rainer-Maria Fritsch bei einer Veranstaltung im Rathaus Schöneberg öffentlich Stellung zu den Konsequenzen der „Umstellungsbegutachtung“ an über 3.000 schwer behinderten Menschen, die in Wohnheimen der Berliner Behindertenhilfe leben.

Zu der Veranstaltung laden die Angehörigenvereine von Lebenshilfe Berlin und Spastikerhilfe Berlin ein. Eltern und gesetzliche Betreuer befürchten, dass das neue System insbesondere Menschen mit schweren Behinderungen massiv benachteiligen kann.

Ende 2010 hat die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales durch externe Gutachter den Hilfebedarf aller geistig und körperlich behinderten 3.125 Heimbewohner in Berlin überprüfen und nach neuen Kriterien beurteilen lassen. Die Begutachtungen sind die Grundlage einer neuen einheitlichen Preisgestaltung und damit Personalbemessung in den Wohnheimen der Berliner Behindertenhilfe. Auch in der Vergangenheit wurde der Hilfebedarf jedes einzelnen Heimbewohners bereits einmal jährlich durch Fallmanager der Bezirksämter festgelegt.

Günter Jahn, Vorsitzender der Lebenshilfe Berlin, formuliert die Sorge vieler Eltern: „Ausgerechnet die Menschen, die am meisten Hilfe benötigen, sind die Verlierer des neuen Systems.“ Er und Bernd Pieda, der Vorsitzende der Spastikerhilfe Berlin, fordern die Senatsverwaltung auf, sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderung auch in Zukunft die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

Gut die Hälfte der gesetzlichen Betreuer hat bereits Widerspruch gegen die inzwischen ergangenen Bescheide eingelegt. Die Angehörigenvereine befürchten eine Klageflut.

Termin:         Mittwoch, 16. März 2011
Beginn:         18.00 Uhr
Ort:               Rathaus Schöneberg, Willy-Brandt-Saal

Lebenshilfe Berlin
Heinrich-Heine-Straße 15 (Annenhöfe)
10179 Berlin

Christiane Müller-Zurek
Pressesprecherin
Telefon 030. 82 99 98-181

christiane.mueller-zurek@lebenshilfe-berlin.de