Das heutige Tom-Mutters-Haus im Neuköllner Koppelweg hat Geschichte geschrieben. Es war eines der ersten kieznahen Wohnangebote für Menschen mit geistiger Behinderung in Berlin. Am Samstag, den 20. August 2011, feiert die erste Wohnstätte der Lebenshilfe Berlin ihr 40-jähriges Jubiläum.
Ausgehend vom Koppelweg, haben engagierte Mitarbeiter innovative Wohnkonzepte entwickelt, die bundesweit Modellcharakter hatten. Zum ersten Mal zogen 1977 in Deutschland Menschen mit geistiger Behinderung in eine betreute Wohngemeinschaft. Bereits 1985 entstand das „Betreute Einzelwohnen“.
Anfang der 70iger Jahre gab es für behinderte Menschen, die nicht in der Familie leben konnten, nur psychiatrische Großeinrichtungen. In der Lebenshilfe Berlin organisierte Eltern wollten das mit dem Bau ihrer ersten Wohnstätte endlich ändern. Lange, bevor 1975 die Psychiatrie-Enquète für Menschen mit Behinderung „ein Leben so normal wie möglich“ und anstelle der psychiatrischen Einrichtungen den Aufbau dezentraler, gemeinwesenorientierter Angebote forderte.
„Von den Anfängen im Koppelweg bis zu den modernen Wohneinrichtungen, wie wir sie heute kennen, war es ein weiter Weg“, erklärt Wolfgang König. Er ist Geschäftsführer der Lebenshilfe gGmbH, die heute Träger der Einrichtungen und Dienste des Elternvereins ist.
In den 70iger Jahren wohnten im Haus im Koppelweg 32 Menschen, zum Teil in Dreibettzimmern und anfangs noch flurweise nach Geschlechtern getrennt. In den 80iger Jahren wurde das Haus umgebaut. Seitdem sind Einzelzimmer Standard.
Heute haben hier 23 Männer und Frauen mit geistiger Behinderung im Alter von 24 bis 64 Jahren ein Zuhause, zehn bereits seit mehr als 30 Jahren. Ihre Vorstellungen für das Jubiläumsfest hat der Heimbeirat gesammelt und an die Einrichtungsleiterin Liane Jez herangetragen. Der einhellige Wunsch aller waren Schlager aus 40 Jahren. Dafür hat Liane Jez den Sänger Jens Merker engagiert, der neben Oldies auch eigene Songs präsentieren wird. Außerdem gibt es noch gemeinsames Trommeln mit der Gruppe Mavinga und eine Zaubershow.
Kunst wird im Koppelweg ganz groß geschrieben. Seit 1985 gibt es eine Gruppe, die unter Anleitung einer Kunsttherapeutin regelmäßig malt. Eine kleine Werkschau in der Galerie Wigand in der Thrasoltstraße 10 in Charlottenburg vermittelt einen Einblick in die Welt der neun Künstler mit geistiger Behinderung. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. August zu sehen.
Benannt ist die Wohnstätte nach Tom Mutters, dem Gründer der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Die Lebenshilfe Berlin setzt sich seit mehr als 50 Jahren für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Aus dem Elternselbsthilfeverein – heute mit 1.700 Mitgliedern – wurde einer der größten sozialen Dienstleister Berlins. Über 1.000 Mitarbeiter an 100 Standorten unterstützen behinderte Menschen dabei, so selbstbestimmt wie möglich leben zu können.
Kontakt:
Liane Jez
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Koppelweg 22-24
12347 Berlin
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Mobil 0176. 10 17 92 11
liane.jez@lebenshilfe-berlin.de
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