Lebenshilfe Bildung

Depressive Verstimmungen und Selbstentwertung bei Menschen mit Behinderung

Termin(e)
Do, 13.06.2019, 09:00 Uhr - 16:00 Uhr

Dozent: Constanze Hall

Zielgruppe: Mitarbeiter_innen in der Behindertenhilfe, Interessierte, Angehörige

Teilnehmerzahl: 10 - 18

Kosten: 160 €

Wer kennt die Situation nicht, dass manche Menschen mit Behinderungen sich in ihrer Wohngruppe so still, zurückgezogen und anspruchslos verhalten, dass sie zu wenig Beachtung finden und immer wieder in der Betreuung zu kurz kommen. Hintergrund für eine solche Situation können depressive Verstimmungen (stille Depression) sein, die oft als solche nicht erkannt werden. Bei denen, die sie betreuen, bleibt oft ein schlechtes Gewissen und das Gefühl zurück, ihnen nicht gerecht zu werden.
Aber auch herausfordernde und selbstschädigende Verhaltensweisen und sich wiederholende selbstentwertende Inszenierungen können ein Hinweis auf eine erhebliche Selbstentwertung und dahinter liegende depressive Verstimmungen sein. Diese Verhaltensweisen stellen meist eine erhebliche Belastung für das soziale Umfeld dar und führen dauerhaft oft zu ablehnenden Reaktionen. Der betroffene Bewohner fühlt sich dann noch mehr unverstanden, alleine gelassen und entwertet. Bei allen Beteiligten entsteht das Gefühl, sich in einem Teufelskreis zu befinden.

Das Seminar möchte den Blick für depressive Verstimmungen und Selbstentwertungstendenzen bei Menschen mit Behinderungen schärfen und Wege aufzeigen, wie mit solchen Situationen im Alltag möglichst positiv und professionell umgegangen werden kann.  

Schwerpunkte  

  • Wahrnehmen und Erkennen von depressiven Verstimmungen und Selbstentwertungstendenzen
  • Inanspruchnahme psychiatrisch-ärztlicher Hilfe
  • Bedeutung des familiären bzw. lebensgeschichtlichen Hintergrundes (Reinszenierung von früheren Lebenserfahrungen in der Gegenwart)
  • Werben um einen vertrauensvollen Kontakt trotz negativer zwischenmenschlicher Erfahrungen und großer Trennungsängste  

Ziele  

  • Stärkung des Selbstwertgefühles
  • Vermittlung von Erfolgserlebnissen
  • Förderung der Wahrnehmung eigener Kompetenzen
  • Schaffung von Einfluss- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in der aktuellen Lebenssituation
  • Gemeinsames Erarbeiten von möglichen Lebensperspektiven

Methoden  

  • Gruppenarbeit, Fallbesprechungen, Vortagssequenzen