Lebenshilfe Bildung

Hilfe für Familien mit einem psychisch- oder suchtkranken Elternteil

Termin(e)
Di, 26.11.2019 - Mi, 27.11.2019

Dozent: Fritz Grau

Zielgruppe: Mitarbeiter_innen in der Behindertenhilfe, Interessierte, Angehörige

Teilnehmerzahl: 10 - 18

Kosten: 300 €


In Deutschland sind bei 2,65 Millionen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ein oder beide Elternteile von einer Suchterkrankung betroffen.

Jede Familie kann in eine Krise geraten (z.B. Arbeitslosigkeit, Krankheit, fi nanzielle Engpässe, …). Die seelischen Belastungen nehmen zu. Manchmal werden die Eltern depressiv oder sehen keinen anderen Ausweg, als die Probleme mit Suchtmitteln lösen zu wollen.

Kinder sind in dieser Situation oft auf sich alleine gestellt und fühlen sich überfordert, obwohl die Eltern für sie immer nur das Beste wollen. In belasteten Familien gibt es neben guten Zeiten immer mal wieder Momente, in denen die Eltern nicht genügend Kraft, Zeit oder Unterstützung geben können, um die guten Augenblicke aufrecht zu erhalten. Die Kinder sind ratlos und verstehen die Reaktionen der Eltern oft nicht. Sie fragen sich unentwegt: „Was ist nur los mit meiner Mutter und/oder meinem Vater? Warum verstehen sie mich nicht mehr? Warum verstehe ich sie nicht mehr?“ Die Eltern sehen, spüren diese Verunsicherung. Aber in diesen Phasen sind die eigenen seelischen Belastungen so groß, dass sie keine Zeit und Reserven haben, ihren Kindern die nötige Hilfestellung zu geben. Die Gefühle der Kinder fahren Achterbahn, pendeln zwischen Angst, Liebe, Wut und Verzweifl ung. Sie sorgen sich um ihre Eltern – suchen die Schuld bei sich und erleben sich als unsicher und hilfl os. Aus Scham und Angst wird versucht, das alles unter der Decke zu halten.

Schwerpunkte

  • Was bedeutet und welche Auswirkungen hat eine Suchterkrankung bzw. eine psychische Erkrankung für das betroffene Kind, die Eltern und das soziale Umfeld wie Schule, Freunde, Geschwister etc.
  • Wie kann ich das betroffene Kind bzw. den Jugendlichen unterstützen?
  • Wie kann ich die Eltern unterstützen?
  • Welche Hilfen kann ich in meinem Wirkungskreis anbieten und wie müssen diese aussehen?
  • Wie kann ich das Umfeld sinnvoll und angemessen einbeziehen und was ist zu beachten?
  • Woran kann ich eine eventuelle Gefährdung des Kindes bzw. Jugendlichen erkennen?
  • Wie muss ich in dieser Situation handeln?
  • Wie kann ich die Eltern als Partner auf gleicher Augenhöhe einbeziehen und somit die elterliche Kompetenz stärken? 

Methoden

  • Einführung /Vorträge, Impulsreferate, Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Systemische Fallarbeit an Hand der Beispiele der Teilnehmer_innen, Literatur Hinweise