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Tagesförderstätte Neukölln: Weihnachtspäckchen für Flüchtlingskinder

Schenken verbindet – nicht nur Beschenkte und Schenkende. Die Paketaktion für Flüchtlingskinder baute Brücken zwischen der Tagesförderstätte und ihrem Kiez in Britz, Klienten und haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Umsichtig führt Christian Drewing Marc Kapuhs ganz langsam Schritt für Schritt in den großen Aufenthaltsraum, der mit Tannengrün und Kerzen weihnachtlich dekoriert ist. Marc Kapuhs ist sonst überwiegend auf den Rollstuhl angewiesen. Heute ist ein großer Tag für ihn, den er mit seinem persönlichen Assistenten Christian Drewing teilt.

Sieben Klienten und fünf Mitarbeiter sitzen gespannt an einer langen Tafel. Vor ihnen liegen bunte Rollen Geschenkpapier und Schleifen, Scheren und Klebeband auf dem Tisch. Daneben stapeln sich Dutzende von Kartons. In einfachen Worten erklärt Jeannette Hoffmann, Leiterin der Tagesförderstätte, was sie heute vorhaben: „Seit drei Wochen haben wir Geschenke für Kinder im Flüchtlingsheim gesammelt. Damit die Kinder sich freuen. Jetzt packen wir die Pakete ein.“

Schon die zweite Aktion
Bereits im September hatte die Tagesförderstätte zu einer Spendenaktion für syrische Flüchtlinge im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf aufgerufen. Die Aktion kam im Kiez, in dem viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern leben, so gut an, dass sofort klar war, zu Weihnachten etwas für Kinder zu machen. Die Idee: Wie bei der bekannten Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ sollten Geschenke gesammelt und dann gemeinsam in der Tagesförderstätte verpackt werden.

Das ganze Team der Tagesförderstätte stehe hinter der Aktion, berichtet die Heilpädagogin Marion Peschke. Die Not von Menschen, die auf der Suche nach einem Leben ohne Verzweiflung und Gewalt ihre Heimat verlassen haben, hat den Krieg in Syrien nicht nur ihr nahegebracht. Eine ihrer Klientinnen, erzählt Marion Peschke beeindruckt, habe gemeinsam mit einer Betreuerin ihre Sachen durchgesehen und Kuscheltiere und Puppen gespendet: „Corinna wollte helfen und hat etwas weggegeben, was ihr sonst nicht leicht fällt.“

Der Kiez macht mit
Insgesamt kamen über 80 Pakete mit Spielzeug, Malsachen und Süßigkeiten zusammen, aus der Lebenshilfe Kita, vom Verein Vita, von Nachbarn und aus der Geschäftsstelle der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Das Dreamteam Kapuhs und Drewing ist inzwischen bei seinem zweiten Paket angekommen. Die beiden kennen sich seit einem Jahr, als Drewing mit seinem Team von der Sparkasse zum Freiwilligentag ins Haus kam. Seitdem unternehmen die beiden einmal im Monat etwas zusammen. Marc Kapuhs hält die Box mit den Geschenkbändern. „Welche Farbe nehmen wir?", fragt Drewing, und Marc Kapuhs zeigt auf das rote Band. „Jetzt brauch ich mal deinen Finger", sagt Drewing und müht sich mit der Schleife ab. Anschließend wird der liebevoll gestaltete Anhänger beschriftet: „Junge ab 5" – damit das Päckchen auch den passenden Empfänger findet.

Zur Belohnung gibt es für alle Kaffee und Kekse. Christian Drewing bringt Marc Kapuhs einen Tee. „Das Zusammensein mit ihm erdet mich total", sagt der Banker. Geben heißt: Sich selbst etwas Gutes tun!   (cmz)

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