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Suppenküche: Menschen mit Beeinträchtigung kochen für Menschen ohne Zuhause

Das BEW Baerwaldstraße kocht jeden Dienstag für Obdachlose, Rentner und Arbeitslose.

Suppenküche im Prinzessinnengarten
Hinweisschild Suppenküche Prinzessinengarten
 

Der Prinzessinnengarten am Moritzplatz ist vielleicht eines der bekanntesten Urban-Gardening-Projekte in Berlin. Menschen aus der Nachbarschaft treffen sich dort seit vielen Jahren und gärtnern zusammen. Vor ein paar Jahren hat der Besitzer gewechselt. Aus den berühmten mobilen Gärten sind inzwischen normale Beete geworden, der Nachbarschaftsgarten ist geblieben. Das BEW-Baerwaldstraße der Lebenshilfe gärtnert mit. „Also, wir pflanzen Gemüse selber, zum Beispiel Kartoffeln und Tomaten,“ erklärt uns Lutz Marx, einer der Klienten aus der Baerwaldstraße bei einer Führung über das Gelände.

Wir haben uns am Dienstag im Prinzessinnengarten zum Interview verabredet, weil die BEW-Gruppe aus der Baerwaldstraße eine besondere Idee hatte. Sie betreiben eine Suppenküche für Obdachlose, Arbeitslose und Rentner: „Wir sind auf die Idee gekommen, weil viele Leute im Winter auf der Straße leben. Ihre Plätze sind in Corona-Zeiten eingeschränkt. Darum haben wir gesagt: Dann kochen wir einfach draußen,“ so David Permantier, einer der unterstützenden Mitarbeiter.

Tatsächlich kochen sie um 11:00 Uhr in einem Café in der Nähe und verteilen ab 14:00 Uhr das Essen im Prinzessinnengarten. Dafür ist ein Zelt aufgestellt. In großen Töpfen und Kannen gibt es Suppe, Reis, Gemüse, Eier und belegte Brötchen. Und für danach stehen Kaffee, Tee und sogar ein Kuchen bereit. Eine Besucherin meint dazu: „Das Essen schmeckt total gut.“

Das Interview im Prinzessinnengarten haben wir mit einem inklusiven Team geführt. Cordula Schürmann, selbst Klientin bei der Lebenshilfe und Mitglied unserer Reportergruppe, brannte eine Frage besonders unter den Nägeln: „Wie gehen die Menschen damit um, dass Menschen mit Beeinträchtigung das Essen ausgeben?“ „Normal,“ war die spontane Antwort von Lutz Marx und: „Die kommen hier her und fragen: Gibt es hier was zu essen? Dann holen sie sich was zu essen und quatschen ein bisschen.“ David Permantier antwortete ähnlich und: „Manche wundern sich nur, wer sich hier um wen kümmert.“ Das zeigt, wenn es um Menschlichkeit geht, sind alle Menschen gleich. Ein schönes Beispiel von gelebter Inklusion.

Wenn Sie das ganze Interview lesen möchten, dann können Sie es auf unserem Blog "Einfach Leben" finden.

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