


Am 21. April 2026 beschäftigte sich die Klasse 6a der Andersen-Grundschule mit TikTok, Profilen, Feeds und der Frage, wer eigentlich entscheidet, was wir online sehen. Dafür nutzten die Schüler:innen die von uns entwickelte App FakeTok: eine pädagogische TikTok-Simulation, in der sie in einer geschützten Umgebung Videos anschauen, liken, speichern und kommentieren konnten.
Zum Einstieg erstellten die Kinder in Gruppen eigene FakeTok-Profile mit Namen, Avatar, Bio und verschiedenen Einstellungen. Anschließend wurden ausgewählte Profile gemeinsam im „Profil-Röntgen“ betrachtet. Dabei wurde sichtbar, welche Informationen ein fremder Mensch aus einem Profil bereits herauslesen kann und welche Angaben man besser nicht öffentlich macht.
Danach erkundeten die Gruppen den FakeTok-Feed. Sie scrollten durch kuratierte Kurzvideos, reagierten auf Inhalte und speicherten Videos, die sie besonders interessant, lustig oder auffällig fanden. Im Anschluss wurden einzelne Videos genauer untersucht und Kategorien wie Gut, Grauzone, Riskant, Gesponsert und Kaufdruck zugeordnet. Die Schüler:innen diskutierten, was ein Video von ihnen möchte: Aufmerksamkeit, Reaktion, Kaufinteresse oder möglichst langes Dranbleiben.

Ein wichtiger Teil des Projekttages war der Blick auf den Algorithmus. Die Kinder erfuhren, dass ein Feed nicht zufällig entsteht, sondern durch Likes, Anschauen, Überspringen und Speichern beeinflusst wird. In einer Übung übernahmen sie selbst die Rolle des Algorithmus und entschieden, welche Videos zu bestimmten Profilen passen könnten. So wurde deutlich, dass Plattformen nicht nur Inhalte zeigen, sondern Verhalten beobachten und Aufmerksamkeit lenken.
Eine eigene Videoproduktion war als letzter Schritt geplant, konnte aber aus zeitlichen Gründen nicht vollständig umgesetzt werden. Trotzdem zeigte der Projekttag auf lebendige Weise, wie eng Profile, Daten, Videos und algorithmische Entscheidungen miteinander verbunden sind.
Mit FakeTok konnten die Schüler:innen diese Mechanismen spielerisch, kritisch und nah an ihrer eigenen digitalen Lebenswelt erfahren.

In was für eine Kategorie gehört das Video? Warum gehört es da hin? Gemeinsam analysieren wir die Videos und machen uns dazu Notizen.

Wir scrollen durch FakeTok. Mal sehen, was es da für spannende Videos gibt.

Gemeinsam sprechen wir über die Videos. Was will das Video von uns?

Nachdem wir verstanden hatten, wie so ein Algorithmus funktioniert, sollten wir nun unser eigenes Video drehen. Jede Gruppe bekam eine andere Kategorie.

Was ich mir für Videos ansehe, verrät so einiges über mich. Was kann ein Algorithmus alles sehen?

Wie du dich auf der Plattform verhältst etscheidet auch darüber, was du für Videos angezeigt bekommst.

Nach dem Dreh werden die Videos noch nachbearbeitet. Text kommt hinzu und vielleicht auch ein Emoji.

Es gibt verschiedene Kategorien von Videos. Nicht alle sind wirklich harmlos. Wenn man das weiß, kann man besser mit Videos umgehen, die z.B. meine Daten sammeln wollen.

Wenn ich mein Profil nicht richtig erstelle, verrät es viel zu viel über mich. Hier erkennt man, was der Algorithmus alles über mich erfahren kann.
Diese Projektwoche wurde gefördert von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

