


Sechs Wochen lang arbeiteten Schüler:innen der Hector-Peterson-Schule in Berlin im Rahmen einer AG zum Thema „Globale Ungleichheiten erzählt mit KI als Tool“. Der Einstieg in die erste Sitzung war bewusst niedrigschwellig und aktivierend: Mit einem kurzen Kahoot-Quiz näherten sich die Jugendlichen zentralen Begriffen, Beispielen und Alltagsbezügen globaler Ungleichheit und konnten ihr Vorwissen spielerisch überprüfen und erweitern.
Im weiteren Verlauf rückte das Storytelling in den Mittelpunkt: Was macht eine Geschichte spannend? Wie entstehen Figuren, Konflikte und Perspektiven? Darauf aufbauend lernten die Schüler:innen, Prompts zu schreiben nicht als Selbstzweck, sondern als handwerkliches Mittel, um ihre eigenen Ideen präzise in Bilder und Szenen zu übersetzen. In Kleingruppen entwickelten sie jeweils eine eigene Geschichte zum Thema "Globale Ungleichheit" und erstellten dazu Schritt für Schritt ihre visuellen Prompts (Bildsprache, Setting, Stimmung, Bilddetails).
Direkt im Anschluss an die AG folgten zwei Projekttage mit derselben Lerngruppe als Brücke von der fiktionalen Geschichte zur medialen Realität. Ein besonderes Highlight war dabei die Recherchearbeit: Mit den eigenen Smartphones erkundeten die Jugendlichen auf TikTok Inhalte, die globale Ungleichheit sichtbar machen oder erzählen. Dieses gezielte „Scrolling“ war Teil der Methode: Die Gruppen sammelten passende Bildausschnitte, Sounds, Musik und Stimmungen, die zu ihrer selbst entwickelten Story passen, als Materialfundus für die spätere Videoproduktion.
Anschließend konkretisierten die Gruppen ihre Ideen in einem Storyboard: Welche Szene kommt wann? Was soll im Bild passieren und welche Wirkung soll entstehen? In der Produktionsphase nutzten die Schüler:innen erneut KI als Tool, insbesondere die App Higgsfield, um passende Visuals zu generieren. Diese Bilder wurden anschließend mit Morph-Effekten zu fließenden Sequenzen verbunden und mit Erzählstimme oder Musik kombiniert. So entstand am Ende aus jeder Gruppe ein eigenes Video, das die selbst entwickelte Geschichte mit gefundenen TikTok-Elementen und KI-generierten Bildwelten verknüpft.
Inhaltlich fokussierte sich die AG auf die Verbindung von kolonialen Strukturen, Krieg und sozialer Ungleichheit, und zwar genau dort, wo diese Themen die Lebensrealität der Schüler:innen in Berlin berühren. Methodisch lief das über den Ansatz "Vom Konsumenten zum Produzenten". Die Jugendlichen nutzten ihre eigenen Smartphones, um erst die Darstellung von Armut und Ungleichheit auf TikTok zu analysieren und dann mittels KI-Tools (wie Bildgeneratoren und Morphing-Effekten) eigene, emotionale Narrative zu entwickeln. Dabei ging es weniger um trockene Fakten, sondern um persönliche Zugänge; in den Videos wurden komplexe Themen wie Flucht oder Verlust durch starke bildliche Metaphern (zum Beispiel einen Flugzeugabsturz oder sich verändernde Gesichter) verarbeitet. Ziel war es, durch diese kreative Arbeit eine echte Empathie zu wecken und zu zeigen, dass globale Ungleichheit menschliche Schicksale verbindet, statt nur Statistiken zu vergleichen.
Zum Abschluss wurden die Ergebnisse gemeinsam gesichtet und reflektiert: Was erzählt unser Video und was bleibt zwischen den Bildern sichtbar? Die Schüler:innen nahmen nicht nur fertige Clips mit, sondern auch ein spürbar erweitertes Repertoire an Medien-, Erzähl- und Gestaltungskompetenzen und die Erfahrung, dass man ein komplexes Thema wie globale Ungleichheit kreativ und zeitgemäß bearbeiten kann.
HINWEIS: Alle folgenden Videos wurden mit generativer Künstlicher Intelligenz erstellt. Die Bilder und Darstellungen entsprechen nicht der Realität. Die KI-generierten Videos arbeiten teils mit starken Vereinfachungen, die stereotype Darstellungen enthalten können. Die Videos sind daher als Teil eines individuellen, pädagogischen und digitalen Lernprozesses, nicht als fachliche Einordnung zu verstehen.
Dieses Projekt wurde gefördert von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

