Zum Verständnis von Menschen mit Fetalen Alkoholspektrum-Störungen
Dass Alkoholkonsum während der Schwangerschaft schädlich ist, ist inzwischen bekannt. Noch nicht ausreichend bekannt ist, in welchem Ausmaß die Folgen für das Gehirn zu Verhaltensauffälligkeiten und Teilhabebeeinträchtigungen insbesondere bei Erwachsenen führen. Um FASD zu verstehen, führt kein Weg an einer kurzgefassten Diagnostik vorbei.
Eingeführt mit einem Film werden in dieser
praxisorientierten Überblicksveranstaltung u.a. die deutschen Diagnostik
–
Leitlinien für Fetale Alkoholspektrumstörungen, Probleme der FASD Diagnostik
und Nachdiagnostik – mit einem Exkurs zu Einschränkungen der exekutiven
Funktionen, sog. komorbiden (Trauma, ADHS, Borderline, ASS) und sekundären
Störungen – sowie Hinweisen für Betreuung und Fallmanagement vorgestellt. Diese
Schwerpunkte werden um die besondere Gefahr, Suchtstörungen zu entwickeln,
Besonderheiten im Fallverlauf sowie einen Überblick über Trainings- und
Interventionsmöglichkeiten, im Sinne der
neuro-behavioralen Perspektive, ergänzt.
Schwerpunkte
- Sensibilisierung für FASD als komplexe Behinderung mit breitem Spektrum an Verhaltensauffälligkeiten
- Einführung in die neuro-behaviorale Perspektive
- Verbesserung der Handlungsfähigkeit im Umgang mit Menschen mit FASD
- Entwicklung von Ideen für die Anpassung von Settings
Ziele
- Ziel der Fortbildung ist es, durch einen verbesserten Kenntnisstand über die Unterformen der Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) und ihre Diagnostik sowie typische Fehl- und Partialdiagnosen, Hinweise für die Nachdiagnostik von Betroffenen zu erhalten, und dadurch bisherige Verhaltensinterpretationen bei Menschen mit FASD in Frage zu stellen. Der Überblick über die hirnorganischen Beeinträchtigungen und ihre Auswirkungen sensibilisiert für typische Betreuungsfehler und bietet erste Hinweise für adäquate Förderung. Dies wird um die Auseinandersetzung mit Risiko- und Schutzfaktoren sowie die Leitlinien für das Fallmanagement ergänzt. Die Teilnehmenden entwickeln Ideen, für die Anpassung von Settings, um Menschen mit FASD besser zu fördern.
Methoden
- Filmbeispiele, Vermittlung theoretischer Grundlagen, Dialog, Plenumsdiskussion, Gruppenarbeit mit Fallbeispielen