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Vorstand regt neue Satzungs-Debatte an

Mitgliederversmmlung (Foto: Susann Eckhardt)

Fotos: Susann Eckhardt

Die Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Berlin hat eine Änderung in der Vereinssatzung beschlossen. Ein breit angelegter Dialog mit den Mitgliedern soll zeigen, ob und wie weitere Teile der Satzung modernisiert werden können.

Auf der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Berlin am 26. Mai hat der 1. Vorsitzende Ludger Gröting eine erneute Diskussion über die Vereinssatzung angekündigt. Die bestehende Satzung aus dem Jahr 2009, deren Formulierungen zum Teil noch aus den 1960er Jahren stammen, ist nach Ansicht des Vorstands nicht mehr geeignet, um die Lebenshilfe Berlin erfolgreich in die Zukunft zu führen. Eine neue Debatte soll daher ergebnisoffen und inhaltlich detailliert geführt werden. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Mitgliedern lokalisieren, an welchen Stellen die Satzung modernisiert werden kann und soll“, sagte Gröting vor rund 80 anwesenden Mitgliedern im Haus der Lebenshilfe am Dohnagestell.

v.l: Ludger Gröting, Ivonne Kanter, Christina Schwarzer, Christian Specht

Neben der grundsätzlichen Frage, was für die Lebenshilfe Berlin in der (digitalen) Zukunft wichtig sein wird, brachte der Vorsitzende bereits konkrete Themen in die Diskussion ein. So wolle man gemeinsam mit den Mitgliedern darüber nachdenken, ob es mehr Vorstände geben soll, um die Arbeitsbelastung – 2017 nahmen allein die beiden Vorstandsvorsitzenden jeder 250 Termine wahr – in diesem Ehrenamt auf noch mehr Schultern verteilen zu können. Auch die Stärkung der Mitgliederversammlung und die Frage nach der Bezeichnung „Behinderung“ oder „Beeinträchtigung“ müsse im Verein noch einmal auf möglichst breiter Basis geführt werden. Dazu soll im November ein Mitgliederforum stattfinden.

Mitglieder stimmen ab (Foto: Susann Eckhardt)

Eine Änderung in der Satzung wurde von der diesjährigen Mitgliederversammlung bereits beschlossen. Ohne Gegenstimme (7 Enthaltungen) wurde der Antrag angenommen, den Vereinszweck um das Führen von Vormundschaften und Pflegschaften auch für Minderjährige zu erweitern. Durch diesen Zusatz im § 2.9 der Satzung sind die Betreuungsvereine der Lebenshilfe Berlin nun rechtlich in der Lage, ihr Angebotsspektrum auf Kinder und Jugendliche auszudehnen und damit der Nachfrage von Jugendämtern nach diesen Dienstleistungen Rechnung zu tragen.
Im Rahmen des Geschäftsberichts des Vorstandes legte Ludger Gröting eine Analyse der Mitgliederentwicklung des Vereins vor. Im vergangenen Jahr hielten sich die Zahl der Eintritte (43) und der Austritte (45) fast die Waage. Während sich bei den Austritten – ein Drittel davon war dem Ableben von Mitgliedern geschuldet – zunehmend die Altersstruktur innerhalb der Mitgliedschaft bemerkbar macht, gab es bei den Neumitgliedern auch dank der erfolgreichen Arbeit der Eltern- und Familienberatung einen erfreulichen Anstieg von Angehörigen, die sich entschieden haben, sich im Verein zu engagieren. Bei der Gewinnung von Mitgliedern mit Beeinträchtigung gibt es hingegen weiterhin Nachholbedarf. Helfen soll dabei ein Video in Leichter Sprache, das die Arbeit des Vereins und den Weg zu einer Mitgliedschaft erklärt.

v.li.: David Rosemann und Sascha Ubrig (Foto: Susann Eckhardt)

Auch auf der Mitgliederversammlung wurde für die anwesenden Mitglieder mit Behinderung Leichte Sprache angeboten. So wurde die Veranstaltung wieder von einer Simultan-Dolmetscherin begleitet und die Tagesordnung in Leichter Sprache vorgetragen. Zum ersten Mal präsentierte der Wirtschaftsprüfer den Finanzbericht in Leichter Sprache. Zudem stellten Interessenvertreter Sascha Ubrig und David Rosemann erneut den Jahresbericht des Berliner Rats, der Selbstvertretung der Lebenshilfe Berlin, vor.
Der Vorstand wurde mit großer Mehrheit bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für seine Arbeit im vergangenen Jahr entlastet. Das Protokoll der Mitgliederversammlung geht allen Mitgliedern in den nächsten Wochen fristgerecht zu.    (sok)

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