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„Wir erleben gerade einen großen Zusammenhalt in der Organisation“

Übergabe von Desinfektionsmitteln der Lebenshilfe Berlin

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Mitarbeiter*innen und Führungskräfte der Lebenshilfe Berlin auf allen Ebenen engagiert, kreativ und solidarisch zusammenarbeiten und den Herausforderungen rund um die Corona-Krise mit Entschlossenheit begegnen.

Vieles hat sich in kurzer Zeit im Alltag in den Einrichtungen und Diensten der Lebenshilfe Berlin sowohl für Klient*innen als auch Mitarbeiter*innen verändert. Aufgrund der Eindämmungsverordnung des Berliner Senats wurden z. B. sämtliche Veranstaltungen, Freizeitaktivitäten sowie Reisen abgesagt. Besuche in den gemeinschaftlichen Wohnformen sind auf ein Minimum reduziert worden. Die Hygiene- und Abstandsregeln stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen.

Zentrale Steuerung über den Krisenstab: So haben wir uns intern aufgestellt


Mit über 2.000 Mitarbeiter*innen werden in der Lebenshilfe Berlin die unterstützenden Maßnahmen in der Krise zentral über einen Krisenstab gesteuert. Die Leitungen melden, wie die Lage in den einzelnen Einrichtungen ist, welche Bedarfe und Fragen bestehen. „Durch den engen Austausch mit den Führungskräften haben wir im Krisenstab einen guten Überblick, was vor Ort benötigt wird und können schnell handeln, wenn es zu einem Covid-19 Verdachtsfall kommt“, sagt Erik Friedrich, Geschäftsführer Lebenshilfe gGmbH. „Wir sind gut vorbereitet und dankbar, dass es bislang keinen bestätigten Infektionsfall in der Lebenshilfe Berlin gab (Stand: 29.04.2020).“ Über den Krisenstab wurden u.a. Meldeketten für Führungskräfte sowie Hygieneregeln und Informationen zum Corona-Virus – auch in Leichter Sprache – erarbeitet. Zudem sind Notfallpakete mit Persönlicher Schutzausrüstung für den Infektionsfall vorbereitet worden. Darüber hinaus werden die Einrichtungen und Dienste u.a. mit Desinfektionsmitteln, Mundschutz oder Mund-Nasen-Masken beliefert.

Aufklären, informieren und füreinander da sein


In diesen Tagen ist die Aufklärungs- und Beziehungsarbeit besonders wichtig. Um Sicherheit zu schaffen und Orientierung zu geben, ist der persönliche Kontakt zu den Betreuer*innen von zentraler Bedeutung. Im Betreuten Einzelwohnen (BEW) verläuft dies zurzeit beispielsweise vor allem im 1:1 Kontakt oder über das Telefon: „Ich habe vom Corona-Virus über meinen Betreuer erfahren“, erzählt Andreas Walter aus dem BEW in Neukölln. „Er kommt regelmäßig zu mir. Er hat mir gesagt, was zu beachten ist — zum Beispiel Abstand halten. Wenn ich einkaufen gehe, achte ich darauf. Ich habe dazu auch schon etwas in Leichter Sprache gelesen. Das hat mir geholfen.“

Abstand und möglichst wenig Besuch – Umgang mit Distanz

Um das Ansteckungsrisiko mit dem Corona-Virus zu minimieren, müssen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Gerade in der Begleitung von schwer beeinträchtigten Menschen ist dies sehr herausfordernd: „Bei uns in der Wohnstätte leisten wir auch Pflege. Die Einhaltung des Mindestabstandes ist deshalb nur schwer möglich“, sagt Leiterin Antje Krack. In ihrer Einrichtung leben 24 Menschen mit hohem und komplexem Unterstützungsbedarf. Hinzu kommt, dass für Klient*innen und Angehörige – gerade im Bereich der besonderen Wohnformen – die Einschränkungen der sozialen Kontakte aufgrund der Besuchsregelung von maximal einer Stunde am Tag oft nur schwer auszuhalten sind. „Von den Angehörigen gibt es sehr verständnisvolle Rückmeldungen“, sagt Krack. „Viele von Ihnen verzichten momentan sogar vorsorglich auf Besuche. Hier schauen wir genau, wie es sich auf die Bewohner*innen auswirkt und dass es allen möglichst gut geht.“

Engagiert und kreativ vor Ort in den Einrichtungen und Diensten

Die Mitarbeiter*innen der Lebenshilfe Berlin zeigen sich in der Krise solidarisch, pragmatisch sowie kreativ und versuchen, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen: „Wir erleben gerade einen großen Zusammenhalt in unserer Organisation., sagt Sabine Träger, Geschäftsbereichsleiterin Wohnen. Es gibt z.B. Mitarbeiter*innen, die freiwillig ihre Urlaube zurücknehmen, um für die Klient*innen da zu sein. Oder Mitarbeiter*innen, die selbstgenähte Mundschutze organisieren. Das ist toll, zu erleben, wie alle zusammenstehen.“

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