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Netzwerken für klare Worte und Leichte Sprache

Auftakt des Netzwerktreffens Leichte Sprache mit Dr. Kiefer, Bürgermeister von Augsburg (2. von rechts).
Auftakt des Netzwerktreffens Leichte Sprache mit Dr. Kiefer, Bürgermeister von Augsburg (2. von rechts).

Vom 29. September bis 01. Oktober fand in Augsburg das Netzwerktreffen „Leichte Sprache“ statt. Rene Strauß nahm als Prüfer der Lebenshilfe Berlin für Texte in Leichter Sprache daran teil.

Los ging es mit der Zugfahrt von Berlin nach Augsburg, wo die Gruppe der Lebenshilfe um René Strauß am Sonntagabend im Tagungshotel Sankt Ullrich ankam. Nachdem die Zimmer bezogen wurden, ging es noch in die Augsburger Altstadt in eine Pizzeria zum Abendessen.

Am Montag startete das Netzwerktreffen nach einem reichhaltigen Frühstück in einem großen Tagungsaal des Hotels mit Grußworten des Augsburgers Bürgermeister Herr Dr. Kiefer. Anschließend stellte Dr. Anne Goldbach von der Universität Leipzig eine Studie zu Leichter Sprache vor, bei der untersucht wurde, wie viele soziale Träger, Werkstätten und andere inklusive Unternehmen bereits Texte und Arbeitsdokumente in Leichter Sprache zur Verfügung stellen. Das Ergebnis war, dass zum Teil nur wenige Betriebe Texte in Leichter Sprache ihren Arbeitnehmer*innen anbieten. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen in den einzelnen Betrieben stieg jedoch, wenn Leichte-Sprache-Texte in den Arbeitsalltag eingebunden werden.

Die rund 100 Teilnehmer*innen des Netzwerktreffens trafen sich nach dem Vortrag vor dem Tagungssaal, um bei einer frischen Tasse Kaffee Erfahrungen austauschen und auf die bald beginnenden Arbeitsgruppen zu blicken.
René Strauß entschied sich für den Workshop „Leichte Sprache in der Medizin“, bei dem über die Fachsprache der Ärzte und Ärztinnen gesprochen wurde.

Die Arbeitsgruppe um René Strauß stellt ihre Ergebnisse vor.
Die Arbeitsgruppe um René Strauß stellt ihre Ergebnisse vor.

Viele Patient*innen haben Probleme, Mediziner*innen zu verstehen und wünschen sich eine einfachere Kommunikation, bei der alles verständlich erklärt wird. Ein weiteres großes Anliegen der Arbeitsgruppe war, dass Packungsbeilagen von Medikamenten in Leichter Sprache geschrieben werden. Leider fürchten die Pharmaunternehmen Rechtsuntersicherheiten bei der Haftung, so dass in den nächsten Jahren nicht damit zu rechnen sein wird.

Nach den Workshops trafen sich alle Kongressteilnehmer*innen im Speisesaal. Dort konnten sie aus verschiedenen Gerichten aus unterschiedlichen Buffets auswählen. Am Nachmittag standen wieder Arbeitsgruppen auf dem Programm. René Strauß nahm am Workshop „Öffentlichkeitsarbeit und Homepage des Netzwerks Leichte Sprache“ teil.
Dort beschlossen die Teilnehmer*innen Schritte zu einer professionell aufgestellten Öffentlichkeitsarbeit mit einer regelmäßigen Pflege der Homepage.
Auch sollen prominente Unterstützer gefunden werden, die die Ideen der Leichten Sprache deutschlandweit bekannt machen und für eine barrierefreie Kommunikation in Gemeinden und Städten eintreten. Das Konzept eines Botschafters des Netzwerkes stieß auf viele offene Ohren und René Strauß stellte sich als Kandidat auf.

Der Vorstand des Netzwerkes Leichte Sprache.
Der Vorstand des Netzwerkes Leichte Sprache.

„Mir bedeutet der Verein Netzwerk Leichte Sprache sehr viel und ich möchte dazu beitragen, dass irgendwann jeder Mensch auf der Welt weiß, was Leichte Sprache bedeutet“, so Strauß, der als Prüfer für Texte in Leichter Sprache für die Lebenshilfe Berlin arbeitet. Am Abend veranstaltete die Caritas Augsburg eine inklusive Disko, bei der viele Gäste einen geselligen Abend in gemütlicher Runde verbrachten.

Am Abschlusstag wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen in kurzen Präsentationen vorgestellt, bevor in einer Gesprächsrunde die Frage „Wie können sich Prüfer und Prüferinnen der Leichten Sprache besser selbst vertreten?“ erörtert wurde. Schwerpunkte dieser Runde lagen auf einer einheitlichen Bezahlung pro Wort oder Zeichen und einem bundesweiten Fortbildungsprogramm für Prüfer*innen der Leichten Sprache.

Nach dem Mittagessen ging es wieder zurück nach Berlin. Dort angekommen, bedankte sich René Strauß noch einmal: „Die Lebenshilfe ist ein toller Verein. Vielen Dank dafür, dass ich in Augsburg beim Netzwerktreffen Leichte Sprache dabei sein konnte. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.“

Der Verein Netzwerk Leichte Sprache setzt sich für klare Regeln und Strukturen bei der Vereinfachung schwieriger Texte ein. Das Netzwerk ist deutschlandweit aktiv und pflegt Partnerschaften ins Ausland zu Ländern wie der Schweiz oder der USA. Beim Treffen in Augsburg trafen sich verschiedene Träger wie die Lebenshilfe, die Arbeiterwohlfahrt und die Caritas sowie Prüfer*innen und Fachkräfte für Leichte Sprache, um sich auszutauschen, Erfahrungen zu sammeln und Ideen und Konzepte für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln. Die Lebenshilfe ist Mitglied im Netzwerk Leichte Sprache.

Mehr Informationen finden Sie unter:
https://www.leichte-sprache.org/

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