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Mehr Inklusion für Berlin: Lebenshilfe feiert Richtfest für inklusiven Campus

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Mehr Inklusion für Berlin: Unter diesem Motto hat die Lebenshilfe Berlin die Fertigstellung des Rohbaus als Herzstück des zukünftigen Lebenshilfe Campus gefeiert. In dem Neubau in der Böttgerstraße/Gesundbrunnen entsteht ein inklusiver, barrierefreier und nachhaltiger Ort für Begegnung und Arbeit – für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, für Mitarbeitende und Ehrenamtliche der Lebenshilfe Berlin, für Bürgerinnen und Bürger aus dem Kiez und der Stadt.


„Wir setzen uns für Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe in Berlin ein. Deswegen gehört die Lebenshilfe Berlin sichtbar in die Mitte der Stadt“, betonte Ludger Gröting, Vorsitzender des Lebenshilfe Berlin e.V., in seiner Begrüßung der rund 160 Gäste. „Wir freuen uns sehr, dass wir hier in der Böttgerstraße einen Ort gefunden haben, den wir inklusiv und barrierefrei gestalten können – ein Ort, der zur gewachsenen Lebenshilfe Berlin passt.“

Der Lebenshilfe Campus besteht aus drei Teilen: dem fünf-geschossigen Neubau, einem Wohnhaus mit 18 Wohnungen und der Alten Schmalzfabrik. „Wir nutzen die einmalige Chance, die uns dieser Ort bietet“, betonen Falk Jarling und Erik Friedrich, Geschäftsführer der Lebenshilfe gGmbH. „Der Neubau wird zentraler Ort der Lebenshilfe Berlin für Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit. Die Räumlichkeiten der Alten Schmalzfabrik nutzen wir für Fort- und Weiterbildungsangebote. Mit dem Wohnhaus bauen wir inklusiven und bezahlbaren Wohnraum in Berlin aus.“

Inklusiver Ort für Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit
Die fünf Etagen des Neubaus mit einer Gesamtfläche von rund 5.000 qm bieten künftig Platz für ein inklusiv bewirtschaftetes Café, Veranstaltungen, Beratungsangebote, die verschiedenen Geschäftsstellen der Lebenshilfe Berlin und etwa 200 zeitgemäße Büroarbeitsplätze. Der Umzug in den Neubau ist für die zweite Jahreshälfte 2024 geplant.

"Das soll ein barrierefreies Haus für alle sein. Ein Haus, das bunt und hell ist. Es ist wichtig, dass dort Angebote für alle gemacht werden – Menschen mit Beeinträchtigung, Angehörige, Mitarbeitende und Mieter“, sagt Sascha Ubrig, der als hauptamtlicher Interessenvertreter für Menschen mit Beeinträchtigung bei der Lebenshilfe Berlin arbeitet.

Menschen mit Beeinträchtigung werden bei der Planung des Neubaus aktiv einbezogen. Sie beraten das Planungs-Team und testen die Entwürfe aus ihrer Perspektive. Eine Arbeitsgruppe widmet sich beispielsweise der Barrierefreiheit und dem Leitsystem im neuen Gebäude und gibt konkretes Feedback: Können wir uns gut im Gebäude orientieren? Sind Schriften und Piktogramme verständlich? Sind Farben kontrastreich genug?

Mit dem Grundstück hat die Lebenshilfe Berlin Ende 2020 auch ein angrenzendes Wohnhaus mit 18 Wohnungen erworben. Alle bestehenden Mietverhältnisse wurden unverändert fortgeführt. Frei werdende Wohnungen werden schrittweise saniert und barrierefrei gestaltet. Damit sichert die Lebenshilfe Berlin bezahlbaren Wohnraum und baut inklusive Wohnangebote aus.

Die angrenzende Alte Schmalzfabrik, die sich ebenfalls auf dem Grundstück befindet, wird derzeit durch den Projektpartner Fidelis Capital saniert. Die Lebenshilfe Berlin wird künftig einen Teil der Räumlichkeiten anmieten und für Fort- und Weiterbildungen nutzen. Unter dem Dach der Lebenshilfe Bildung gGmbH werden jährlich rund 250 Seminare und Trainings durchgeführt – für Menschen mit Beeinträchtigung, für Angehörige und interessierte Externe, für Fach- und Führungskräfte der Lebenshilfe Berlin und der Berliner Sozialwirtschaft.

CO2-Neutralität: Wärme aus Eis
Für eine nachhaltige Energieversorgung des Gebäudes hat sich die Lebenshilfe Berlin gemeinsam mit ihrem Projektpartner Fidelis Capital für eine innovative Lösung entschieden: ein Eisspeicher als leistungsfähiges und klimafreundliches Energiesystem. Damit leistet die Lebenshilfe Berlin einen Beitrag zum gesellschaftspolitischen Ziel der Klimaneutralität.

Durch den Betrieb eines Eisspeichers wird der Campus Lebenshilfe Berlin nahezu klimaneutral und kosteneffizient im Winter geheizt und im Sommer gekühlt. Das Herzstück der Anlage ist neben einer Sole/Wasser-Wärmepumpe eine Zisterne, die auf dem Grundstück unter die Erdoberfläche vergraben wurde. Die Zisterne misst 9,5 Meter im Durchmesser, ist 6 Meter hoch und fasst 367 m3 Wasser.

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