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Ehrennadel für Christian Specht

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Christian Specht links auf dem Rollator

Am 7. November verlieh die Sozialsenatorin Cansel Kisiltepe Christian Specht im Roten Rathaus die Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement. Der 54-jährige Selbstvertreter ist Inklusionsaktivist und ein begabter Netzwerker.

Christian Spechts feines Gespür für jegliches Unrecht, seine Beharrlichkeit und sein Gestaltungswille sind ein Vorbild für andere. Über viele Jahre hinweg hat er sich ein beachtliches Netzwerk in der Politik und Gesellschaft aufgebaut. 

Dabei war sein Start ins Leben alles andere als einfach. Bei seiner Geburt bekam er zu wenig Sauerstoff. Sein Vater konnte damit nicht umgehen und verließ die Familie. Früh verlor Christian Specht auch seine Mutter und seine Schwester und wuchs bei seiner Großmutter auf. 

Schon als Jugendlicher vertrat Christian Specht sich und seine Anliegen selbst. In den 1980er Jahren war er auf Demonstrationen, Parteiveranstaltungen und Parlamentssitzungen unterwegs – mit einem Fotoapparat aus Holz. Medien und Inklusion wurden seine Hauptanliegen. Mit großer Hingabe setzt er sich für die Themenvielfalt in den Medien und einen Sitz von Menschen mit Behinderungen im RBB-Rundfunkrat ein. In der TAZ-Kolumne „Specht der Woche“ greift Christian Specht regelmäßig Anliegen von Menschen mit Behinderung auf. Dass er nicht schreiben kann, ist kein Hindernis.

2008 war Christian Specht Bürgerdeputierter in Friedrichshain-Kreuzberg, 2014 wurde er in den Beirat für Menschen mit Behinderungen des Bezirks gewählt. Seit 2013 engagiert er sich im Berliner Rat der Lebenshilfe Berlin. Als ersten Selbstvertreter wählte die Mitgliederversammlung des Lebenshilfe Berlin e.V. ihn 2017 in den Vorstand. 

Eine Herzensangelegenheit für Christian Specht ist das Berliner Behindertenparlament. Unermüdlich scharte er Mitstreiter:innen für seine Idee um sich, und 2022 konnte das Parlament zum ersten Mal im Berliner Abgeordnetenhaus tagen – mit Christian Specht als Präsidenten. Er verbessere das Leben vieler Menschen, sagte Cansel Kisiltepe in ihrer Laudatio, indem er die Wahrnehmung und Berücksichtigung von Menschen mit Beeinträchtigung verstärke.

Fotos: Julia von Schick

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