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Lebenshilfe betreut Einwanderer mit Behinderung

18.08.2016

2012 eröffnete die interkulturelle Beratungsstelle der Lebenshilfe Berlin in Neukölln. Sie hilft, kulturelle und sprachliche Barrieren abzubauen, und hat nicht nur in Berlin eine so positive Resonanz hervorgerufen, dass es nun Zeit wird für den nächsten Schritt: Die Einweihung des Betreuten Einzelwohnens am 26. August.

Jürgen Schwarz (li.) mit Klienten (Foto: Interkulturelle Beratungsstelle)

Was die interkulturelle Beratungsstelle auszeichnet, sind ihre Mitarbeiter. Sie sprechen auch arabisch und türkisch. So können sie Familien mit Migrationshintergrund und behinderten Angehörigen gezielt unterstützen. „Dass ich in der Kultur zu Hause bin, schafft Vertrauen bei den Familien. So konnten wir für sie zu einer wichtigen Anlaufstelle werden und Berührungsängste abbauen“, erklärt die Heilerziehungspflegerin Rubia Abu-Hashim.

Diesem Vertrauen ist es zu verdanken, dass seit einem Jahr 15 Klienten zwischen 20 und 40 Jahren u.a. aus Polen, Afghanistan, der Türkei, Libanon und Syrien im Betreuten Einzelwohnen (BEW) Unterstützung gefunden haben. Einer von ihnen ist Reza Rezai. Er floh 2009 mit seiner Familie aus Afghanistan. Seine Eltern besuchten ein Jahr lang die interkulturelle Beratungsstelle, bis sie sich entschlossen, für ihren Sohn die Angebote der Lebenshilfe in Anspruch zu nehmen. „Die Betreuung im BEW schafft mir immer mehr Selbstständigkeit. Früher konnte ich gar nicht allein rausgehen, jetzt traue ich mich! Besonders liebe ich die Ausflüge und die Picknicks mit den anderen“, sagt Reza Rezai.

Das Betreute Einzelwohnen biete eine besonders flexible Unterstützung, erläutert der Leiter Jürgen Schwarz: „Die Erfahrungen aus der Beratungsstelle haben uns ermöglicht, das BEW als kultursensibles Angebot weiterzuentwickeln und zur Integration neuer Mitbürger beitragen zu können.“ Die Arbeit der Interkulturellen Beratungsstelle hat inzwischen Modellcharakter. Regelmäßig informieren sich Fachleute aus dem In- und Ausland bei Schwarz und seinem Team.

Am 26. August 2016 feiert das Betreute Einzelwohnen mit Klienten, Angehörigen, Mitarbeitern, Freiwilligen und Freunden aus seinem Unterstützer-Netzwerk die Einweihung der neuen Räume in der Briesestraße 3. Als Gäste erwartet die Lebenshilfe u.a. Bernd Szczepanski, den Bezirksstadtrat für Soziales, die Bezirksbehindertenbeauftragte Katharina Smaldino und Kazim Erdogan. Der türkischstämmige Psychologe ist weit über die Grenzen Berlins für sein soziales Engagement bekannt.

Feier zur Einweihung des Interkulturellen Betreuten Einzelwohnen
Freitag, 26. August 2016
14 – 19 Uhr
Briesestraße 1 und 3, 12053 Berlin

Ansprechpartner:
Jürgen Schwarz
juergen.schwarz@lebenshilfe-berlin.de
Telefon 030. 536 740 77
Mobil 0176. 10 17 91 35