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Lesen einmal anders - LEA Literaturfest vom 9. bis 11. Oktober 2015

05.10.2015

Das LEA Literaturfest will die Freude am Lesen wecken. Es richtet sich an Menschen, die Texte in Einfache Sprache brauchen, um sie verstehen zu können. Höhepunkt ist die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs „Die Kunst der Einfachheit“.

Frau mit Bücherstapelzoom

Vom 9. bis 11. Oktober veranstaltet die Lebenshilfe Berlin im Pfefferwerk und in der Jerusalemkirche das LEA-Literaturfest. Höhepunkt ist die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs „Die Kunst der Einfachheit“. Das inklusive Literaturfest will die Freude am Lesen wecken. Es richtet sich an Menschen, die Texte in Einfache Sprache brauchen, um sie verstehen zu können.

Die drei Gewinner des Wettbewerbs werden am 10. Oktober um 20 Uhr  in der Jerusalemkirche ausgezeichnet. Die Jury – darunter zwei LEA Leseklub Mitglieder –  hat aus 741 eingesandten Texten elf ausgewählt. Fünf LEA Leseklubs bestimmten daraus die ersten drei Plätze. Bei der Preisverleihung lesen die Schauspielerin Sandrine Mittelstädt und die Sängerin Heidi Hofmann gemeinsam mit LEA Leseklub Mitgliedern die besten Texte vor. Der Abend wird moderiert durch den bekannten Poetry-Slamer Lars Ruppel, der mit seinem Projekt „Weckworte“ Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung durch Poesie anspricht.

„Geschichten machen unser Leben bunter und aufregender“, weiß Projektleiterin Doreen Hennig. “Manche Menschen haben jedoch wenig Kontakt zu Büchern. Zum einen weil ihnen das Interesse abgesprochen wird, zum anderen weil es für sie nur wenig geeignete Literatur gibt. Unser Literaturfest zeigt, dass auch Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben, Geschichten genauso lieben wie alle. Wenn Bücher entsprechend geschrieben und gestaltet sind, fällt ihnen das Lesen nicht mehr so schwer.“

Die Gewinnerin des Wettbewerbs erklärt, wie das geht: „Geschichten schreiben in Einfacher Sprache ist nicht so einfach. Weil in Geschichten Dinge passieren, die schwierig zu erklären sind. Schriftsteller denken oft kompliziert mit vielen Sätzen und seltenen Wörtern. Aber wenn man eine richtig gute Geschichte hat, braucht man gar nicht so viele Worte. Nur die richtigen. Solche Wörter, die jeder kennt und genau zu der Geschichte passen. Schriftsteller müssen sich etwas trauen. Sie sollen daran glauben, dass sie gute Leser haben, die mit den wenigen Worten und kurzen Sätzen viel anfangen können. Die spüren, was in der Geschichte passiert. Dann ist eine Geschichte wie eine Reise in ein fremdes Land. In seinen eigenen Gedanken.“

Juror René Strauß fand es spannend, so viele Texte zu lesen, auch wenn es für ihn am Anfang schwierig war, alles zu verstehen. Durch den LEA Leseklub ist der 36-Jährige viel selbstbewusster geworden: „Der Leseklub zeigt mir, dass Lesen etwas Gutes ist. Früher habe ich nicht viel gelesen. Jetzt lese ich ab und zu auch zu Hause. Besonders gut finde ich Bücher in Einfacher Sprache. Die kann ich sehr gut lesen und verstehen.“ „Seit ich im Leseklub bin, kann ich gut lesen und schreiben“, betont eine Teilnehmerin.

Die fünfzehn inklusiven und restlos ausgebuchten Workshops des Festivals laden zum Selbermachen ein. Sie finden in Einfacher Sprache statt, um Menschen mit sog. geistiger Behinderung die Teilnahme zu ermöglichen. Die 140 Teilnehmer schreiben Geschichten oder machen einen Radio-Beitrag. Sie gestalten ein eigenes Buch oder Kunstwerk. Sie hören spannende Geschichten oder entdecken, wie man mit Körpersprache auch ohne Worte spricht.

Die 50 LEA Leseklubs in Deutschland sind Lesezirkel für Menschen mit und ohne Behinderung. LEA steht für Lesen Einmal Anders. Die Mitglieder geben sich gegenseitig Hilfestellung beim Lesen und Verstehen der Texte. Die Lesekompetenz spielt keine Rolle. Ehrenamtliche Moderatoren unterstützen den Leseprozess. Die Lebenshilfe Berlin hat LEA Leseklubs in Friedrichshain und Spandau.

Die Durchführung des LEA Literaturfests 2015 wird ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung von Aktion Mensch und vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern. Das erste LEA Literaturfest wurde 2013 durch den KuBus e.V. in Köln veranstaltet.

Aus den 20 besten Geschichten und Gedichten des diesjährigen Wettbewerbs entstand im Lebenshilfe-Verlag der Band „Die Kunst der Einfachheit“. Das Buch erscheint am 10. Oktober und kostet 10 EUR.

Folgende Termine sind öffentlich und der Eintritt frei:

Freitag, 9. Oktober 2015, 19 Uhr
Pfefferwerk, Haus 13, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin
Andrea Lauer, die Preisträgerin des Wettbewerbs 2013, liest aus: „Olga und Marie“.
Marion Brasch liest aus: „Wunderlich fährt nach Norden“.

Samstag, 10. Oktober 2015, 19 Uhr
Jerusalemkirche, Lindenstraße 85, 10969 Berlin
Preisverleihung: "Die Kunst der Einfachheit"
Moderation: Lars Ruppel
Sandrine Mittelstädt, Heidi Hofmann und LEA Leseklub-Mitglieder lesen die schönsten Texte des Wettbewerbs (mit Gebärdendolmetscher).

Sonntag, 11. Oktober 2015, 13 Uhr
Pfefferwerk, Haus 13
Die Macherei des Ev. Johannesstift liest aus ihrem neuen Buch: „Massage, Handküsse und teures Parfüm“.

Video: Andrea Lauer, die Preisträgerin des Wettbewerbs 2013,  liest aus „Olga und Marie“

Mehr Infos zum Buch „Die Kunst der Einfachheit“

Ihr Kontakt zur Pressestelle:

Christiane Müller-Zurek

Telefon 030. 82 99 98-181
mobil 0176. 10 17 92 22
christiane.mueller-zurek@lebenshilfe-berlin.de