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Oskar will leben: Down ist in – nicht out!

12.03.2019

Menschen mit Down-Syndrom haben ein erfülltes Leben. Das zeigen sie am 16. März 2019 bei der Veranstaltung „Vielfalt leben – gemeinsam entdecken“ im Labyrinth Kindermuseum Berlin zum Welt-Down-Syndrom-Tag.

Glücklich: Melanie Kramer mit Sohn Oskar (Foto: Sally Lazic)zoom
Glücklich: Melanie Kramer mit Sohn Oskar (Foto: Sally Lazic)

Die Mitmach-Aktion hat einen ernsten Hintergrund. Zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März fordert ein Bündnis aus Lebenshilfe und anderen Verbänden, dass vorgeburtliche Bluttests auf Down-Syndrom und weitere genetische Veränderungen nicht zur Regeluntersuchung auf Krankenkassenkosten werden dürfen.

Melanie Kramer hat sich für das Leben ihres Sohnes Oskar entschieden. Für sie und ihren Mann war es eine Herzensangelegenheit. Ein Schwangerschaftsabbruch kam nicht in Frage. Wie Familie Kramer fürchten viele Eltern, dass unsere Gesellschaft nur noch perfekte Menschen akzeptiert. Die neuen Methoden der Pränataldiagnostik bringen Eltern von Kindern mit Behinderung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck.

Ivonne Kanter, die zweite Vorsitzende der Lebenshilfe Berlin und selbst Mutter eines 11-jährigen Sohnes mit Down-Syndrom, ist froh, dass der Deutsche Bundestag voraussichtlich im April über die gesellschaftlichen und ethischen Folgen der Bluttests debattieren will, bevor der Gemeinsame Bundesausschuss darüber entscheidet, ob diese vorgeburtlichen Untersuchungen gesetzliche Kassenleistung werden.

Die Bluttests dienen keiner medizinischen Behandlung. Sie schaffen nicht einmal Klarheit darüber, ob tatsächlich ein Down-Syndrom vorliegt – etwa jedes fünfte Ergebnis ist fehlerhaft: Die Schwangeren erwarten gar kein Kind mit Down-Syndrom. Wenn das Down-Syndrom diagnostiziert wird, führt das bisher jedoch in vielen Fällen zur Abtreibung des Kindes.

Damit kann und will Melanie Kramer sich nicht abfinden. Gemeinsam mit anderen Eltern hat sie eine Online-Petition gegen den Bluttest gestartet, die bisher von fast 10.000 Menschen unterzeichnet wurde. Gemeinsam fordern sie eine bessere Aufklärung und Beratung: „Die meisten von uns sind zufriedene Familien. Unsere Kinder mit Down-Syndrom machen uns glücklich und bereichern uns. Sie haben ein schönes Leben.“

Oskar ist ein neugieriges Kind (Foto: Sally Lazic)zoom
Oskar ist ein neugieriges Kind (Foto: Sally Lazic)

Journalistenfragen beantworten Melanie Kramer, Ivonne Kanter und weitere Eltern bei der Veranstaltung um 15 Uhr.

Ansprechpartnerin:
Christiane Müller-Zurek
Lebenshilfe e.V. Berlin
0176 10 17 92 22, christiane.mueller-zurek@lebenshilfe-berlin.de

Erlebnis-Ausstellung 1, 2, 3 Kultummel
Samstag, 16.03.2019, von 11:00 bis 17:00 Uhr
Labyrinth Kindermuseum Berlin, Osloer Straße 12, 13359 Berlin

Der Eintritt ist frei!

Die Lebenshilfe Berlin engagiert sich seit 1960 als gemeinnützige Selbsthilfe-Organisation mit aktuell 1400 Mitgliedern für Menschen mit Behinderung und ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben mitten in der Gesellschaft. An über 200 Standorten in Berlin unterstützen rund 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Menschen mit Behinderung und ihre Familien. Ein breites Angebot an Dienstleistungen orientiert sich am Leitbild der Inklusion.